1985 fand in der brasilianischen Bundeshauptstadt Brasilia das "Erste Nationale Treffen der Gummizapfer (=Seringueiros) Amazoniens" statt. Die Seringueiros forderten:
Sie gründeten den Nationalen Rat der Seringueiros- CNS.
Bei diesem Treffen wurde zum ersten mal das Konzept
des "Extrativistischen Reservates" diskutiert: Ein
Naturschutzgebiet im Staatseigentum, dessen Nutzung von den Vereinigungen
der Seringueiros und anderer traditioneller Waldbewohner bestimmt wird.
Sie würden den Wald in nachhaltiger Weise nutzen und seine
Unversehrtheit garantieren. Zum Ausgleich dazu erhielten sie die Kontrolle
über die aus dem Wald gewonnenen Produkte. Der Gewerkschaftsführer
und Umweltaktivist Francisco Alves Mendes Filho aus Xapuri - Acre, besser
bekannt alsChico Mendes spielte eine wichtige
Rolle bei der Entwicklung dieses Konzepts.
Nachdem die Weltbank und die Interamerikanische Entwicklungsbank
unter dem Druck internationaler Umweltschutzorganisationen und des CNS die
Kredite für Strassenbau im Amazonas gestrichen hatten musste die
brasilianische Regierung ihre Entwicklungspolitik neu überdenken und
trat 1988 in konkrete Verhandlungen mit dem CNS über extrativistische
Reservate ein. In Acre entstand das erste Reservat "Alto Juruá".
1989 trafen die Vertreter des CNS und der "Union der Indigenen
Nationen" (inoffizielle Organisation der Indianer zu diesem
Zeitpunkt) in Rio Branco zum "Ersten Treffen der Völker des
Waldes" zusammen. Es mündete in die "Deklaration der Völker
des Waldes", in der die Waldbewohner ihren Wunsch nach Erhaltung
ihres Lebensraumes kundtaten.
1990 wurde in Brasilen das Allgemeine Dekret der Extrativistischen
Reservate (nr 98.897/90) erlassen, das die legale Basis für die
weiteren Reservate bildete. Heute existieren in Brasilen viele
extrativistische Reservate, die 2 grössten davon, "Alto Juruá"
und "Chico Mendes" in Acre. Das Reservat "Alto Juruá"
umfasst 5061,86 km2 und beherbergt
6000 Personen, "Chico Mendes" 9705,57km2
mit 1250 Personen...